Neubau Hauptstelle Sparkasse in Langen-Seligenstadt
Erster Preis beim Wettbewerb Neubau Hauptstelle Sparkasse in Langen-Seligenstadt für den Entwurf von K9 Architekten Freiburg. Wir gratulieren ganz herzlich und freuen uns, dass wir mit unseren Visualisierungen den Entwurf unterstützen durften. Herzlichen Dank wiederum für die intensive und konstruktive Zusammenarbeit!
Auszug aus der Preisgerichtsbeurteilung:
Der Entwurf für den Neubau der Hauptstelle der Sparkasse in Seligenstadt an der Frankfurter Straße, dem westlichen Entree zur Innenstadt, besticht durch seine angemessene Volumenverteilung im städtischen Raum. Die in ihrer Höhe auf drei Geschosse beschränkte, plastische Volumetrie der beiden, zueinander versetzten Baukörper, schafft ein stimmiges Gebäudeensemble im städtischen Raum.
Es bildet den westlichen Auftakt (Stadteingang) der städtebaulichen Entwicklung der „Seeligenstädter Innenstadt" und fügt sich gut, in Körung und Maßstab in die Umgebung ein und schafft so interessante räumliche Verschneidungen. Durch das geschickte Zurückversetzen des Baukörpers an der Frankfurter Straße in Richtung Innenstadt vermeiden die Verfassenden die direkte Konfrontation mit der gegenüberliegenden Bebauung. Diese bauliche Setzung wird in Hinblick auf eine mögliche Torwirkung positiv bewertet.
Vom so geschaffenen Vorplatz aus gelangt man in das funktional gut gelegene Foyer der neuen Hauptstelle. Dieses verknüpft die gewünschten internen Funktionsbereiche miteinander. Die Wege sind kurz und übersichtlich. Die kundenorientierten Bereiche, der Veranstaltungsbereich und das Betriebsrestaurant befinden sich schlüssig gegliedert im Erdgeschoß mit direkter Anbindung an den Außenraum. Dies ermöglicht zusätzliche Nutzungsszenarien, wirft allerdings auch die Frage der sozialen Kontrolle in den Abendstunden auf. Ein Teil der geplanten Kundenstellplätze sollten nach Möglichkeit näher am Servicecenter verortet werden.
Alle weiteren, eher bankinternen Bereiche befinden sich in den beiden Obergeschossen. Diese räumliche Verteilung ermöglicht eine Vielzahl an funktionalen Synergien.
Eine freie, einläufige Treppe erschließt auf direktem Weg die beiden Obergeschosse vom Erdgeschoß aus. Dadurch wird der öffentliche mit den eher bankinternen Clusterbereichen räumlich reizvoll verknüpft. Gut erreichbare Fluchttreppenhäuser sorgen für eine ausreichende Entfluchtung, wenngleich die Fluchtwegelängen und die möglichen Brandabschnitte überprüft werden müssten.
Die innere Organisation der beiden Büroetagen entspricht den hohen Erwartungen an ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld. Den Verfasserinnen gelingt es durch eine klare, gut organisierte Zonierung der Grundrisse die gewünschten Arbeitsatmosphären zu generieren, vom zentralen eher belebten Bereich, hin zu den ruhigeren, kontemplativen Arbeitsbereichen an den Gebäudeenden. Alle Arbeitsplätze erhalten eine optimale Versorgung mit Tageslicht und die Verteilung der infrastrukturellen Einrichtungen (WC-Bereiche, Teeküchen, etc.) sind gut verortet. Die vorgeschlagenen Innenhöfe sorgen zudem für eine zusätzliche Aufenthaltsqualität, neben der selbstverständlich wirkenden Versorgung mit Licht, Luft und Sonne.
Die konstruktive Lösung und die Materialität der Innenräume erscheinen angemessen. Die Ausbildung der Konstruktion als Holzhybridbauweise ist in ihrer Klarheit schlüssig und nachvollziehbar. Einzig die vorgeschlagenen Spannweiten von bis zu 9m erscheinen grenzwertig und müssten überprüft werden. Dies könnte jedoch auch zu möglichen, nachteiligen Konsequenzen im doch so filigranen Erscheinungsbild führen, was möglichst vermieden werden sollte.
Die klare, ruhige Fassadengliederung weiß nicht in allen Teilen zu überzeugen. Ihre eher uniforme Fassadenstruktur über alle 3 Geschossebenen wird diskutiert. Die plastisch-räumliche Ausbildung der Fassadenebenen durch applizierte Metallelemente wird hinterfragt. Wirkt sie doch der Aufgabe gegenüber eher beliebig und nicht angemessen und müsste weiterentwickelt werden. Der vorgeschlagene Fassadenduktus am Haupteingang erscheint nicht ausreichend adressbildend. Ihre geometrische Gliederung hingegen ist konsequent aus den Innenräumen abgeleitet und ermöglicht eine optimale, flexible Versorgung mit Tageslicht. Die elementierte Aluminiumfassade lässt einen geringen Wartungs- und Unterhaltsaufwand vermuten. Ein außenliegender textiler Sonnenschutz gewährleistet eine ausreichende Verschattung, wird aber in Hinsicht auf seine notwendige Tageslichtlenkung kritisch hinterfragt Der Entwurf bewegt sich in einem guten wirtschaftlichen Bereich, wenn man seine Kenndaten betrachtet. Sowohl die Bruttogrundfläche, als auch die notwendigen Nutzflächen und Konstruktionsflächen sind reduziert, ohne dabei räumlich, gestalterische Qualitäten opfern zu müssen. Einzig die geforderten Verkehrsflächen werden deutlich überschritten, was eventuell mit den fließenden, räumlichen Übergängen zu begründen wäre. Der Hüllflächenanteil (A/V) liegt aufgrund der 3-Geschossigkeit und den vorgeschlagenen Innenhöfen im mittleren Bereich.
Das beschriebene Energiekonzept erscheint plausibel und nachvollziehbar, müsste aber präzisiert werden.
Insgesamt ist dieser Entwurf ein sehr gelungener Beitrag. Die städtebaulich architektonische Gestalt wirkt der Aufgabe gegenüber angemessen, im Besonderen in Hinblick auf die Ensemblewirkung. Es handelt sich hier um eine insgesamt überzeugende Arbeit mit hohen innen- und außenräumlichen Qualitäten.
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