Urbane Schwarzwaldbaukultur – Ärztehaus in Lahr, Entwurf Echomar Architekten Oberkirch, Visualisierung LINK3D Freiburg

In der Gemeinderatssitzung wurde am Montag, 18. Oktober, der Entwurf für ein Ärzte- und Gesundheitszentrum an der Turmstraße in Lahr vorgestellt. Mit der Projektentwicklung für das Facharztzentrum Lahr beauftragt ist das Gießener Unternehmen IWG Ideenwelt Gesundheitsmarkt GmbH (IWG). Zur Realisierung dieses Projekts kooperiert die IWG mit dem Architekten und Stadtplaner Matthias Stippich von Echomar/Architekturbüro Müller & Huber aus Oberkirch.

Bedarf für Gesundheitszentrum

Dass es in Lahr einen Bedarf für eine moderne Gesundheitsimmobilie gibt, habe das Unternehmen in einer Versorgungsanalyse erarbeitet, die dem Projektentwicklungsauftrag vorherging – heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Die Studie habe ermittelt, dass die hausärztliche und fachärztliche Versorgung noch gut aufgestellt sei, aber allein schon wegen der bevorstehenden Ruhestandswelle in Gefahr geraten werde. Erschwerend komme hinzu, dass die räumlichen Gegebenheiten der meisten Praxen kaum Chancen auf eine erfolgreiche Praxisnachbesetzung bieten würden.
In den Gesprächen mit der IWG hätten viele niedergelassene Ärzte das Interesse an einem Facharztzentrum geäußert. Sie wünschten sich moderne und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Räume.

Das Grundstück an der Turmstraße/Ecke Zollamtstraße hat für die nordöstliche Innenstadt eine herausragende städtebauliche und auch stadtfunktionale Bedeutung, so Matthias Stippich. Der Wunsch nach PKW-Stellplätzen auf der einen Seite stehe dem Wunsch nach möglichst viel Fläche für die ärztliche Versorgung auf der anderen Seite gegenüber. Die historische Bedeutung des Standorts verlange nach einer gleichermaßen sensiblen wie präzisen Lösung: „Wir suchen das größte Puzzlestück für die nordöstliche Innenstadt“, so Stippich.

Geplante Architektur

Architektonisch lösen will er diese Frage mit einem Gebäude, das sich in Länge und Höhe an den existierenden Baukörpern orientiert. Es bildet eine schmale Stirnseite aus, die es elegant und leicht wirken lässt, das Volumen befindet sich in der Mitte und bleibt den Fußgängerperspektiven verborgen. Im Untergeschoss und eventuell in Teilen des Erdgeschosses sollen 20 bis 40 Stellplätze untergebracht werden. Es sollen zwischen fünf und neun Praxen beziehungsweise Flächen zur ärztlichen Versorgung auf einer Mietfläche von 1.700 bis 2.100 Quadratmetern entstehen.

Entgegen der Beschlussvorlage der Verwaltung sprach sich der Lahrer Gemeinderat am Montag allerdings nicht für eine Billigung des Konzepts aus, sondern nahm die Pläne lediglich zur Kenntnis. Der Entwurf sei zum jetzigen Zeitpunkt ein Diskussionsbeitrag, erklärte Matthias Stippich. Er lasse viele Fragen, wie die nach der PKW-Erschließung, den Stellplätzen, den Grünräumen und dem Praxismix, noch offen. „Es ist aber enorm wichtig, ein Projekt dieser Komplexität gemeinsam zu entwickeln. Nur im Dialog können die vielen unterschiedlichen Anforderungen zusammengebracht werden und der perfekte Baustein in der Struktur der Lahrer Innenstadt gefunden werden“, erklärte der Architekt.

(Quelle: Stadtanzeiger Ortenau)

Zur Website von Echomar Architekten
Projektinfos in der Badischen Zeitung
Artikel im Stadtanzeiger Ortenau
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